Klinische Parodontaltherapie jenseits der Kürette: Antibiotika, Probiotika und Ernährungslenkung

Datum 08.12.2019
Dauer 09:00 bis 17:00 Uhr
Ort Würzburg
Referent(en) Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf
Fortbildungspunkte 9

Aktuelle Erkenntnisse zur Entstehung parodontaler Erkrankungen belegen mittlerweile, dass nicht mangelhafte Mundhygiene per se sondern eine bakterielle Dysbiose d.h. eine entzündungsförderliche Veränderung der Verteilung einzelner bakterieller Spezies in den oralen Biofilmen den wahren Auslöser gewebsdestruktiver chronischer Entzündungsprozesse am Parodontium bildet.

Die Entstehung der Dysbiose selbst wiederum kann von einer ganzen Reihe von Risikofaktoren wie Rauchen, Fehlernährung, Stress oder dem Vorliegen anderer chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie etwa Diabetes mellitus ausgelöst werden.

Im Rahmen dieses APW Einzelkurses werden die beteiligten Mechanismen im Detail besprochen und an Hand von Fallbeispielen ihrer klinischen Relevanz erläutert.

Da nach dem aktuellen Modell der Dysbiose nicht die Quantität sondern die Qualität der Plaque der entscheidende ätiologische Faktor ist, kann die übliche mechanische Reinigung und der adjunktive Einsatz von Antibiotika nur kurzfristig einen therapeutisch günstigen Einfluss auf die Ausprägung parodontaler Entzündungen nehmen. Ohne die Kenntnis und Modulation der wahren Triggerfaktoren ist jedoch ein Rezidiv der entzündungsauslösenden Dysbiose meist unvermeidlich.

Das erweiterte Würzburger Therapiekonzept umfasst daher neben der etablierten mechanischen Plaquekontrolle auch die Umstellung der Ernährung sowie den adjunktiven Konsum entzündungshemmend wirkender probiotischer Keime. Hierdurch eröffnen sich neue Therapieoptionen; insbesondere beim Erhalt schwer vorgeschädigter Zähne, sowie in der Therapie und Prävention älterer Menschen, die häufig wegen der erforderlichen manuellen und kognitiven Fähigkeiten an der adäquaten mechanischen Plaquekontrolle scheitert.

Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes sowie seine Möglichkeiten und Grenzen im klinischen Alltag werden anhand konkreter Fallbeispiele erläutert und diskutiert.

 

Dies ist ein Seminar der APW, bei Fragen wenden Sie sich bitte an: apw.huppertz@dgzmk.de

Seminargebühren

yd-Mitglieder: 165,00 €
yd-FVDZ-Mitglieder: 150,00 €
yd-DGZMK-Mitglieder: 150,00 €
yd-FVDZ/DGZMK-Mitglieder: 135,00 €
Verzehrkosten: 10,00 €

Um sich zu dieser Veranstaltung anmelden zu können, müssen Sie sich zunächst registrieren lassen.